User: Manytyby |
14 juillet - centenaire d'un antifasciste allemand Korrektur zum gesprochenen Text: "... verhöhnt und beleidigt von einigen seiner leider einflußreichen Genossen!" Bernhard Bodo Harald GARLING * 14. Juli 1908 in Berlin-Tempelhof (OT Moabit) † 19.März 1978 in Berlin-Weißensee Realgymnasium in Berlin-Hermsdorf. Abitur. Verwaltungs-Jobs zur Finanzierung des Studiums der Volkswirtschaft an der Friedrich-Wilhelm-Universität (Humboldt-Uni), das er wegen Verweigerung nationalsozialistischer Vorlesungen 1932 (!) abbrechen muß. Zweimalige Exmatrikulation. Politisches Engagement gegen den Nationalsozialismus. 1933 Verhaftung. Konzentrationslager in der Stadt Oranienburg (nicht Sachsenhausen!). Entlassung 1933. Dispute mit dem Vater Hans A. G. (Freidenker, Sozialdemokrat) veranlassen ihn, Mitglied der Kommunistischen Partei zu werden. 1936 erneute Verhaftung und Untersuchungshaft. Verurteilung zu 3 Jahren Zuchthaus wegen „Vorbereitung zum Hochverrat" und Aberkennung der Bürgerrechte, wehrunwürdig. Moorsoldat (wie Wolfgang Langhoff). 1939 Entlassung. Erst nach langen Behördengängen Arbeit und nach Heirat sowie Vaterschaft eigene Wohnung mit Frau und Sohn. 1942 Aufhebung der „Wehrunwürdigkeit". Eingezogen zur Strafdivision 999 als politisch Vorbestrafter zusammen mit Kriminellen. Nach der US-amerikanischen Gefangenschaft kurze Zeit Mitarb. der US-am. Militärreg. in München als ‚Investigator' (u. a. von Erich Kästner); diverse Verwaltungstätigkeiten beim Berliner Magistrat von Groß-Berlin bis zum Tode der erst 38 Jahre jungen Ehefrau (rheumatisches Fieber). Zieht 1950 vom politischen Westteil Nordberlins in den politischen Ostteil Nordberlins. Dienststellenleiter der Pädagogischen Hochschule Berlin (bis zu deren Verlegung nach Potsdam). Hauptreferent für Volkshochschulen von Groß-Berlin (Ost), zuletzt Bezirksinstrukteur des Zentralen Ausschusses für Jugendweihe, aus dem er sich wegen ideologischer Differenzen mit „Partei und Regierung" 1962 in die Frühinvalidität „rettet". Als „anerkannter Kämpfer gegen den Faschismus" Träger aller Ehrenmedaillen. Außer Ehrenpension und Freifahrt Privilegien weder genutzt noch sich beschafft. Ließ den 1940 geborenen Sohn Manfred B. B. nicht als Opfer anerkennen. (Sohn Günther U. 1947 geboren.) Mitglied der SED seit dem Vereinigungsparteitag mit der SPD bis zu seinem Tode als kritischer „Altkommunist"; permanente Auseinandersetzungen mit seinen Genossen. Todesursache: Spätfolgen der Herzschäden, verstärkt durch KZ- und Zuchthausaufenthalte. Text: Sohn Manfred B. B. Garling Tags: centenaire antifasciste "Altkommunist" Moorsoldat Systemgegner |